16.04.2021 | johanna etzold

„Was kommt denn jetzt noch?“ – Selbsttests und anderes…

Das Thema der letzten Tage: Selbsttest in den Schulen. Die Testpflicht für Schüler – Eltern laufen Sturm. Die Postfächer quellen über, hektische Telefonate: wer, wann, wie? Ich bin überfordert mit der Situation, kann auch immer nur sagen, dass ich nichts weiß und dass es gilt, abzuwarten.

Dann ist es beschlossene Sache: Wir Lehrer sollen die Kinder bei den Selbsttests beaufsichtigen. Zumindest vorerst. Wenn ich etwas gelernt habe in den letzten Monaten, dann dies: erst einmal abwarten und Tee trinken. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Also werde ich versuchen, in Ruhe zu schauen, wie es gehen kann – und was noch kommt.

Neben all dem haben wir eine kleine Premiere gefeiert in dieser Woche: das erste EMS-Modul online. Ich glaube, fast alle waren zu Beginn ein wenig skeptisch: Wie kann das gehen? Das Thema Beziehung im digitalen Raum? Wie soll das mit den Übungen funktionieren?

Das Fazit von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, von Christine und von mir: Ja, es geht! Wir haben den Morgen mit Bewegung und viel Atmen begonnen. Die Arbeit in kleinen Gruppen hat gut funktioniert und Austausch war möglich. Die wohlwollenden Rückmeldungen haben mir gut getan. Was für ein großartiges Projekt, bei dem ich mitwirken kann! Zugleich gibt es Grenzen: Die Resonanz zu spüren fällt durch den Bildschirm schwerer – und wir hätten uns gern physisch getroffen. Vielleicht beim nächsten Mal!

Auch während dieser Fortbildung kam übrigens das Thema Selbsttests für Schüler und Schülerinnen auf. Einige meinten: „Wir müssen das jetzt machen, auch wenn wir das nicht wollen.“ Das verweist auf die Themen Kooperation und Integrität: Wieviel von unseren Ideen, Gedanken, Standpunkten müssen wir zur Zeit hintenanstellen, um Verordnungen zu erfüllen, die sich zudem mitunter wöchentlich ändern? Im Seminar war es gut, den Unmut, den Ärger oder die Verzweiflung darüber, Dinge tun zu müssen, die wir eigentlich so nicht machen wollen, auszusprechen. Das ist ein erster Schritt, der helfen kann. Es ist so wichtig, unsere Gefühle mitzuteilen, den Kinder, den Kolleginnen und Kollegen, unseren Mitmenschen.

portrait Johanna Etzold

Johanna Etzold
Lernbegleiterin, Psychologin und Mutter von drei Kindern
Vermittlungsteam von Empathie macht Schule

Titelphoto: privat.


Du kannst diesen Beitrag teilen